Familienunternehmen folgen ihrer eigenen Logik
Ich bin in einem Familienunternehmen aufgewachsen. Die Firma war nie einfach nur ein Arbeitsplatz. Sie gehörte zur Familie. Sie war beim Abendessen präsent, in Gesprächen, in Entscheidungen und manchmal auch in Konflikten.
Schon früh habe ich erlebt, dass sich viele Dinge in Unternehmen nicht allein aus Organigrammen oder Stellenbeschreibungen erklären lassen. Manche Menschen haben Einfluss, ohne eine besondere Position zu haben. Manche Entscheidungen versteht man nur, wenn man ihre Geschichte kennt. Und manches, was von außen unlogisch erscheint, ergibt für die Beteiligten durchaus Sinn.
Vielleicht beschäftigen mich Familienunternehmen deshalb bis heute.
Denn sie folgen oft ihrer eigenen Logik. Vieles ist über Jahre gewachsen. Beziehungen, Loyalitäten und Gewohnheiten spielen eine wichtige Rolle. Das macht Veränderungen nicht unmöglich – aber erklärungsbedürftig.
Wer verstehen will, warum etwas funktioniert oder warum etwas feststeckt, muss zunächst verstehen, wie dieses Unternehmen entstanden ist und wie es heute tatsächlich funktioniert.
Erst verstehen, dann verändern.
Warum ich heute anders auf Veränderung schaue
Meine ersten Jahre als Beraterin waren stark von Trainings, Workshops und Moderation geprägt. Dabei habe ich etwas beobachtet: Viele Unternehmen suchen sehr schnell nach Lösungen. Häufig steht schon fest, welches Training durchgeführt, welches Projekt gestartet oder welche Maßnahme umgesetzt werden soll.
Die eigentliche Frage bleibt dabei oft offen: Worin besteht das Problem eigentlich?
Mich hat interessiert, warum manche Veränderungen wirken und andere nicht. Warum dieselbe Maßnahme in einem Unternehmen erfolgreich ist und im nächsten wirkungslos bleibt.
Mit der Zeit wurde mir klar: Organisationen produzieren ihre eigenen Muster. Menschen handeln selten so, wie sie handeln, weil ihnen etwas fehlt oder weil sie bestimmte Eigenschaften haben. Meist handeln sie vernünftig – bezogen auf die Bedingungen, unter denen sie arbeiten.
Deshalb interessiert mich weniger die Frage, wer schuld ist. Mich interessiert die Frage, warum die Dinge so laufen, wie sie laufen.
Zuhören, beobachten, verstehen
Bis heute beginnt meine Arbeit selten mit Lösungen. Sie beginnt mit Gesprächen. Ich höre zu. Ich stelle Fragen. Ich versuche zu verstehen, wie Entscheidungen entstehen, wie Zusammenarbeit funktioniert und woran die Menschen im Unternehmen merken, dass etwas nicht mehr so läuft, wie es soll.
Mich interessiert, welche Themen immer wieder auftauchen. Welche Erklärungen das Unternehmen selbst für seine Schwierigkeiten hat. Und was passieren würde, wenn alles so bliebe, wie es heute ist. Oft zeigt sich dabei etwas Überraschendes:
Das eigentliche Problem liegt nicht dort, wo zunächst gesucht wird. Aus einer vermeintlichen Personalfrage wird ein Organisationsthema. Aus einem Kommunikationsproblem wird ein Entscheidungsproblem. Aus einzelnen Konflikten werden Muster sichtbar, die schon lange bestehen.
Genau dort beginnt meine Arbeit.
Zusammenhänge sichtbar machen. Orientierung schaffen. Und gemeinsam herausfinden, woran es eigentlich liegt.
Was mich an meiner Arbeit begeistert
Ich tauche gerne in die Welt meiner Kunden ein. Ich bin lieber vor Ort als im Videocall. Lieber im Gespräch als vor PowerPoint-Folien. Mich interessieren die Geschichte eines Unternehmens, seine Besonderheiten und die Menschen, die Verantwortung tragen.
Besonders spannend finde ich die Momente, in denen plötzlich etwas verständlich wird. Wenn Menschen erkennen, warum eine Situation entstanden ist. Wenn aus vielen Einzelereignissen ein Muster wird. Wenn etwas sichtbar wird, das vorher zwar jeder gespürt, aber niemand benennen konnte.
Veränderung (wieder) möglich machen
Wie dieser Blick auf Organisationen in der Praxis aussieht, zeigen die folgenden Projektbeispiele. Sie geben Einblick in typische Veränderungssituationen mittelständischer und familiengeführter Unternehmen – und in die Dynamiken, die dahinter wirken.
Wenn Sie herausfinden möchten, ob ich die richtige Ansprechpartnerin für Ihre Situation bin, freue ich mich auf Ihre Nachricht.